Geismar

"Geismar ist der südlichste und einwohnerreichste Stadtteil der niedersächsischen Universitätsstadt Göttingen.

Heute geht Geismar im Norden ohne erkennbare Grenze in die Stadtbezirke Südstadt und Oststadt über. Die angrenzenden Gemeinden sind Rosdorf im Westen, Friedland im Süden und Gleichen im Südosten." (1)

"Die natürlichen Grenzen des Ortes sind im Osten der Waldrand, im Süden der Diemardener Berg und im Südwesten und Westen die Flüsse Garte und Leine. Der Höhenunterschied von Westen nach Osten beträgt immerhin 100 m." (2)

"Geismar wird 1055 in einem Stiftungsbrief des Petersstifts zu Nörten erstmals urkundlich erwähnt, ist aber viel älter. Archäologische Funde belegen, dass es auf diesem Gebiet seit der Jungsteinzeit verschiedene Besiedlungen gegeben hat." (1) 

"Die ältesten Spuren einer Besiedlung der Gemarkung Geismar sind etwa 4000 Jahre alt. Circa 2000 Jahre alte Tonscherben (ausgestellt im Museum am Thie), die im Flurbereich Kalter Born gefunden wurden, und ein circa 3000 Jahre altes Frauenskelett, das bei Baggerarbeiten in der heutigen Jobs-Böse-Straße entdeckt wurde, sind Zeugen einer frühen Besiedlung der Geismarer Feldflur." (2) 

"Bis ins Jahr 1744 war Geismar im Besitz des Erzbischofs von Mainz. Dieser verpfändete im Jahr 1326 den Fronhof von Geismar und damit den Zehnten des Dorfes an die Herren von Hardenberg. Der Erzbischof löste seine Schuld nie wieder ein, und Geismar blieb bis 1801 unter dem Einfluss der Grafen von Hardenberg.

Nach langen Verhandlungen verzichtete das Erzbistum Mainz 1744 auf die Landeshoheit über Dorf und Gemarkung Geismar. Der Ort gehörte von nun an zum Königreich Hannover. 

Eine gravierende Veränderung brachte der Krieg von 1866, in dessen Folge das Königreich Hannover aufgelöst und zur preußischen Provinz wurde. 

Am 4. Juli 1964 wurde Geismar zusammen mit den Gemeinden Grone, Nikolausberg und Weende in die Stadt Göttingen eingegliedert." (1) 

Die Tränke

"Die Herkunft des Ortsnamens liegt im Dunkeln. Jakob Grimm führt die Bedeutung der beiden Silben auf althochdeutschen und keltischen Ursprung zurück, worauf sich eine Übersetzung als „Platz der sprudelnden Quellen“ ergab. Dieser Name weist auf die für die Siedlung charakteristischen Quellen und Bachläufe hin. Außerdem liegen auch die anderen Orte mit dem Namen Geismar bzw. Hofgeismar ebenfalls auf einem Terrain mit wasserführender Quelle. Nach neuerer Forschung stammt die vordere Silbe aus dem Indogermanischen mit der Bedeutung „Beben“ oder „Wabern“. Die hintere lässt sich auf das Altfriesische zurückführen und heißt „Niederung“ oder „Sumpf“. Damit ließe sich die Ortslage mit „wabernder Sumpf“ übersetzen, also ganz ähnlich der früheren Deutung." (1)

Ein sichtbarer Beweis des Wasserreichtums im Altdorf ist die Tränke in der Straße im Kolke, idyllisch gelegen neben gut erhaltenen Fachwerkhäusern. "Vermutlich seit 1776 fließt frisches Wasser aus dem nahegelegenen Ratsbrunnen über einen großen Stein in einen Trog. Früher wurden dort Pferde getränkt oder Wäsche gewaschen." (2)

Das Gipfelkreuz

Sechs Meter hoch ragt ein Kreuz aus dicken Holzbohlen oberhalb des Helmsgrundes am Rand des Geismarer Forstes nördlich der Duderstädter Landstraße in den Himmel. Die Idee, Kreuze in und um Göttingen aufzustellen, hatte Karl Schlotter, Göttingen. Sie sollten das Christogramm »X« (Chi) und »P« (Rho) als ,Luftlinien’ über die Stadt legen. Die stählerne Dornenkrone gestaltete der russische Bildhauer Alexei Litwinow. 

Ein Spaziergänger etwa, der mit Kirche nicht viel zu tun hat, könnte stutzen und anfangen nachzudenken: Warum steht hier ein Kreuz?

 

Quellen: (1) wikipedia.de, (2) goettingen.de